ALL MY LOVING

Der Film- und Literaturklub lädt ein ins Generationen-Kino:
Am Freitag, 20. März, um 19.30 Uhr, läuft der Film: „AL MY LOVING“, D 2019, FSK ab 12.
Die Geschwister Julia (Nele Mueller-Stöfen), Stefan (Lars Eidinger) und Tobias (Hans Löw) sind alle drei an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sich etwas ändert. Stefan ist ein Pilot mit schnellen Autos, einer großen Wohnung und vielen Geliebten. Als er sein Gehör verliert, muss er seinen Job aber aufgeben und klammert sich an sein altes Leben, indem er in seiner Pilotuniform Frauen in Hotelbars aufreißt. Julia und ihr Mann Christian (Godehard Giese) finden in ihrem Urlaub in Turin einen verletzten Straßenhund, woraufhin sich Julia nur noch um die Genesung des Vierbeiners kümmert. Daraufhin eskaliert ein Abendessen mit Freunden. Tobias ist Hausmann, während seine Frau Maren (Franziska Hartmann) für den finanziellen Unterhalt der Familie sorgt. Als sein Vater (Manfred Zapatka) erkrankt, muss er erkennen, dass sich das Leben seiner Eltern ändern muss…
„Eine Geschichte von drei Geschwistern“, heißt es zu Beginn von „All My Loving“. Aber was dann folgt, sind – eingerahmt von einem Prolog und einem Epilog – drei verschiedene Erzählungen. Nach der Auftaktszene, in der sich die drei Protagonisten kurz begegnen, folgen mit „Das wird schon wieder“, „Inglaterra, ein Traum“ und „Alles, was er anfasst“ nacheinander drei Episoden, in denen jeweils eins der Geschwister im Mittelpunkt steht. Trotzdem hat „All My Loving“ zu keinem Zeitpunkt das oft größte Problem vieler Episodenfilme: Bergers Drama ist kein Stückwerk mit starken und schwächeren Einzelgeschichten, die nur lose zusammenpassen und zwischen denen zwanghaft ein großer Bogen gespannt wird. „All My Loving“ erzählt trotz seiner Episodenstruktur eine (!) Geschichte wie aus einem Guss. 

Einer der Gründe dafür ist die konsequente Verweigerung gegenüber jeder Art der Überdramatisierung. „All My Loving“ wirkt wie aus der Realität gegriffen. Wir erleben kurze Ausschnitte aus dem Leben der drei Hauptfiguren und ihrer jeweiligen Umgebung, ohne dass sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöst. Nur der Epilog weicht davon ein wenig ab, denn er liefert doch noch eine erlösende Note nach, die den Geschichten vorher abging und die sie eigentlich auch gar nicht bräuchten. Denn bis dahin begeistert vor allem, wie Berger, der das Drehbuch wie schon beim 2014er Berlinale-Wettbewerbsbeitrag „JACK“ auch diesmal wieder gemeinsam mit der Schauspielerin Nele Mueller-Stöfen geschrieben hat, einfach nur ganz genau und präzise beobachtet.

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