Das schweigende Klassenzimmer

Der Film- und Literaturklub lädt am Freitag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr, ins Generationen-Kino ein: Es läuft der Film „Das schweigende Klassenzimmer“, D 2018, FSK ab 12.
Im Jahr 1956: Die Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) sind unterwegs in Westberlin und sehen bei einem Kinobesuch in der dort gezeigten Wochenschau erschütternde Bilder vom niedergeschlagenen Volksaufstand in Budapest. Wieder zurück in der DDR wächst gemeinsam mit ihren Mitschülern Lena (Anna Lena Klemke), Paul (Isaiah Michaelski) und Erik (Jonas Dassler) die Idee, während des Unterrichts eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Doch sie haben unterschätzt, was sie mit ihrer kleinen, menschlichen Geste auslösen. Zwar versucht der Schuldirektor (Florian Lukas), die Aktion als jugendlichen Unsinn abzutun, aber Volksbildungsminister Lange (Burghart Klaußner) vermutet einen politischen Akt dahinter und versucht mit allen Mitteln den Anstifter ausfindig zu machen. Doch die Klasse hält auch trotz Verdächtigungen, Verhören und Drohungen zusammen…
Schon in seinem unter anderem beim Deutschen Filmpreis mehrfach preisgekrönten Drama „Der Staat gegen Fritz Bauer“ beschäftigte sich Lars Kraume mit Deutschland in den Jahren nach dem Nationalsozialismus. Geht es dort um den jungen Staat Bundesrepublik im Westen, widmet sich der Regisseur nun in „Das schweigende Klassenzimmer“ der DDR im Osten. Beiden Filmen gemein ist, dass Kraume historische Tatsachen nimmt und sie in eine dramatische, spannende und mitreißende Geschichte überführt, wobei er bei Bedarf auch sehr frei mit den Fakten umgeht. Das führt in beiden Filmen zu überaus beeindruckenden Ergebnissen, die bei „Das schweigende Klassenzimmer“ noch einmal etwas mitreißender ausfallen: Das Historiendrama entfaltet gerade im Finale eine unglaubliche emotionale Wucht.

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