Der unverhoffte Charme des Geldes

Der Film- und Literaturklub lädt ein ins Generationen-Kino:
Am Freitag, 20. November, um 19.30 Uhr, läuft der Film: „Der unverhoffte Charme des Geldes“, Kanada 2019, FSK ab 12.
Der schüchterne Lieferant Pierre-Paul (Alexandre Landry) gerät durch Zufall an den Ort eines Verbrechens und in den Besitz zweier Säcke voller Geld, die er in seinem Lieferwagen versteckt. Daraufhin durchläuft er quälende Vernehmungen durch zwei äußerst harte Polizisten und muss nun versuchen, das dreckige Geld wieder loszuwerden. Mit der Hilfe eines gerade erst aus dem Gefängnis entlassenen Finanzgenies, eines Offshore-Bankers und der Prostituierten Camillie (Maripier Morin), Pierre-Pauls neuer, teurer Freundin, muss der Doktor in Philosophie und eingefleischte Kapitalismusgegner einen Weg finden, ein System auszutricksen, das nur auf Erfolg und Geld ausgerichtet ist, bevor sich der Anführer der eigentlichen Räuber zurückholt, was er ergaunern wollte. Doch bei diesem Unterfangen wird das ungewöhnliche Quartett von zwei humpelnden Detektiven beschattet. Denn nicht nur die Mafia und das Finanzamt haben ein sehr großes Interesse am Geld.
Es gibt zahllose Fälle, in denen ausländische Filme in Deutschland mit grandios schlechten, oft völlig sinnentleerten deutschen Titeln in die hiesigen Kinos kamen. Denys Arcands „Der unverhoffte Charme des Geldes“ ist ein erfreuliches Gegenbeispiel, denn hier ist die drastische Umbenennung tatsächlich durchdacht. Schließlich umschreibt der Titel der Synchronfassung die verspielte Attitüde des Werks viel besser als der frankokanadische Originaltitel „La Chute De L’empire Américain“ (auf Deutsch: „Der Fall des amerikanischen Imperiums“), eine Anspielung auf Arcands oscarnominierten Klassiker „Der Untergang des amerikanischen Imperiums“ von 1986. Zumal beide Filme außer dem Regisseur ohnehin so gut wie nichts verbindet und der französische Titel etwas verspricht, das weder inhaltlich und schon gar nicht in Sachen Umsetzung und Stimmung gehalten werden kann oder soll.

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