Deutschstunde

Der Filmklub lädt am Freitag, 14. August (nun endlich!), um 19.30 Uhr, ins Generationen-Kino ein: Es läuft der Film „Deutschstunde“, D 2019, FSK ab 12.
Verfilmung von Siegfried Lenz‘ gleichnamigem Roman über einen Jungen, der sich im Zweiten Weltkrieg zwischen Pflichtgefühl und individueller Verantwortung entscheiden muss.
Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen) ist Polizist in einem abgelegenen Dorf in Schleswig-Holstein. Gewissenhaft stellt er seinem Jugendfreund, dem expressionistischen Maler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti), ein Malverbot aus und zweifelt keine Sekunde an seinem Auftrag.
Um die Überwachung des Verbots zu gewährleisten, setzt er seinen elfjährigen Sohn Siggi (Levi Eisenblätter) auf Nansen an. So gerät Siggi zwischen die Fronten, pflegt er doch zu Nansen eine tiefe Freundschaft und verbringt einen Großteil seiner Zeit in dessen Atelier. Der junge Knabe beschließt, Nansen zu helfen und seine Werke zu verstecken – wohlwissend, dass er damit den Zorn seines Vaters heraufbeschwört.
50 Jahre nach Erscheinen des zugrundeliegenden Romans von Siegfried Lenz* wagt sich Regisseur Christian Schwochow an den Stoff und inszeniert das Werk nach einem Drehbuch seiner Mutter, Heide Schwochow.
Eingebettet ist die Geschichte in die Rahmenhandlung, die den Jugendlichen Siggi (nun gespielt von Tom Gronau) in einem Erziehungsheim der Nachkriegszeit zeigt. In einer Deutschstunde soll er einen Aufsatz über das Thema „Die Freuden der Pflicht“ verfassen. Fällt es ihm anfangs schwer, seine Gedanken in Worte zu fassen, wird er mit dem Aufenthalt in einer Zelle bestraft, in der er Heft und Heft mit seinen Erinnerungen an die Kindheit niederschreibt.
In der Rolle des pflichtbewussten Polizisten sehen wir Ulrich Noethen, der zuletzt in der Krankenhaus-Serie „Charité“ als Ferdinand Sauerbruch zu sehen war, ihm gegenüber steht Maler Nansen, gespielt von Tobias Moretti („Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“). Weiterhin übernimmt Nachwuchstalent Levi Eisenblätter den jungen Sigg, seine erwachsene Version verkörpert Tom Gronau.
Laut ersten Kritiken weiß „Deutschstunde“ neben den schauspielerischen Darbietungen mit einem authentischen Szenenbild und trefflichen Kostümen zu überzeugen. Gekonnt arbeite der Film den Konflikt zwischen Pflichtbewusstsein und individueller Verantwortung heraus – ein grundlegendes Problem, das auch 50 Jahre nach Erscheinen des Romans aktueller denn je scheint.

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