Die brillante Mademoiselle Neïla

Der Film- und Literaturklub lädt am Freitag, 10. Mai, um 19.30 Uhr, ins Generationen-Kino ein: Es läuft der Film „Die brillante Mademoiselle Neïla“, Frankreich, Belgien 2018.
Neïla Salah (Camélia Jordana) wollte schon immer Anwältin werden und ist deshalb überglücklich, es auf die renommierte Pariser Assas Law School geschafft zu haben. Doch ausgerechnet an ihrem ersten Tag geht alles schief, was schiefgehen kann: Neïla kommt zu spät zu einer Vorlesung von Professor Pierre Mazard (Daniel Auteuil), der sie deswegen vor versammeltem Hörsaal zur Schnecke macht. Neïla ist bedient, doch auch für den Professor bleibt der verbale Ausfall nicht ohne Folgen: Die Universitätsleitung droht, ihn rauszuschmeißen, wenn er Neïla nicht dabei hilft, einen prestigeträchtigen Rhetorikwettbewerb zu gewinnen. So sind der Professor und die Studentin gezwungen, zusammenzuarbeiten, wovon beide zunächst überhaupt nicht begeistert sind. Doch dann entdecken sie nach und nach, dass sie eine Menge voneinander lernen können…
„Die brillante Mademoiselle Neïla“ war bei der 43. Verleihung des französischen Filmpreises César im Februar 2018 prominent vertreten: Er war nominiert in den Kategorien Bester Film und Bester Hauptdarsteller (Daniel Auteuil), die einzige Auszeichnung für Yvan Attals Mischung aus Komödie und Drama allerdings ging an die auch als Sängerin bekannte Camélia Jordana („Voll verschleiert“, „Bird People“), die zur Besten Nachwuchsdarstellerin gekürt wurde. Wie diese Ehrungen schon andeuten, sind die Darsteller hier die Hauptattraktion. Auteuil („Caché“, „Die Frau auf der Brücke“) als zynischer Rhetorikprofessor und Jordana als schlagfertige Studentin mit Migrationshintergrund tragen den Film, während Yvan Attal („Meine Frau, die Schauspielerin“), der hier sein fünftes Werk als Regisseur vorlegt, mit allerlei bekannten Erzählmustern jongliert und diese mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen anreichert. Ein ungleiches Paar, das sich zusammenraufen muss; die Geschichte eines Aufstiegs von der Straße in den Jobolymp: An der Oberfläche wandelt „Die brillante Mademoiselle Neïla“ auf bekannten Pfaden und bietet, was die Figurenkonstellationen und den Handlungsverlauf angeht, keine Überraschungen. Es sind der wie so oft wunderbare Daniel Auteuil und die junge Camélia Jordana, die dem Film Leben einhauchen. Attal, der seine Karriere einst selbst als Schauspieler begonnen hat und auch in Hollywood-Produktionen wie „Die Dolmetscherin“ und „Rush Hour 3“ zu sehen war, lässt den Darstellern den nötigen Spielraum und gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Figuren trotz der klischeehaften Grundzüge nicht zu Blaupausen verkommen.

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