Die Frau des Nobelpreisträgers

Der Film- und Literaturklub lädt am Freitag, 6. Dezember, um 19.30 Uhr, ins Generationen-Kino ein: Es läuft der Film: „Die Frau des Nobelpreisträgers“, Schweden, USA 2019, FSK ab 6.
Joe Castleman (Jonathan Pryce) hat es endlich geschafft: Ein Anruf am frühen Morgen beschert ihm die freudige Nachricht, dass er den Literaturnobelpreis erhalten wird. Gemeinsam mit seiner Frau Joan (Glenn Close), die ihn bei seiner Arbeit immer unterstützt hat, feiert er erst einmal ausgelassen, bevor Freunde und Familie informiert werden. Bald geht es gemeinsam zur Preisverleihung nach Stockholm, mit im Flieger sitzen auch noch der nach Anerkennung seines Vaters strebende Sohn David (Max Irons) und der Journalist Nathaniel Bone (Christian Slater). Bone will unbedingt eine Biografie über Castleman schreiben, was das Ehepaar Castleman bislang stets abgelehnt hatte und das mit gutem Grund: Die beiden hüten ein Geheimnis, das das Zeug zum waschechten Skandal hat. Und ausgerechnet auf der Reise, die mit Joes größtem Erfolg seiner Karriere gekrönt werden soll, droht dieses Geheimnis nun aufzufliegen…
Wie hieß es doch früher so schön: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steckt eine starke Frau!“ Dieser Satz klingt in unseren heutigen Ohren nicht nur schrecklich antiquiert, sondern auch ziemlich frauenfeindlich. Aber in den Fünfzigerjahren war das tatsächlich ein ernstgemeintes Kompliment an jene zurückhaltenden Gattinnen, die ihren Ehemännern den Rücken freigehalten haben, damit diese Karriere machen konnten. Selbst Anfang der Neunzigerjahre scheint es in vielen Kreisen noch gang und gäbe gewesen zu sein, selbst wenn die Fassade bereits bröckelte.
Und damit sind wir auch schon mittendrin in Björn Runges Drama „Die Frau des Nobelpreisträgers“, das auf dem gleichnamigen Roman von Meg Wolitzer basiert. Eine bitterböse und nicht selten ironische Abrechnung mit dem hoffentlich (bald) ausgedienten Patriarchat. Getragen wird der Film vor allem von der exzellenten Darstellung, die Glenn Close.

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