Er ist weider da

Der Film- und Literaturklub lädt am Freitag, 25. Januar, um 19.30 Uhr, ins Generationen-Kino ein: Es läuft der Film: „Er ist wieder da“, Deutschland 2015, FSK ab 12.
Mitten in Berlin: Aus einer Rauchschwade erwacht der Führer. Adolf Hitler (Oliver Masucci) ist selbst mehr als überrascht, als er realisiert, dass er im Jahr 2014 plötzlich wieder am Leben ist. Und wie hat sich die Welt verändert?! Der gerade bei dem großen Privatsender MyTV gefeuerte Journalist Fabian Sawatzki (Fabian Busch) wittert als Erster die Chance, mit diesem seltsam-faszinierenden vermeintlichen Adolf-Hitler-Imitator, der dem echten Führer verblüffend ähnlich ist, Geld zu verdienen und seinen alten Job wiederzubekommen. Die frisch gekürte Sender-Geschäftsführerin Katja Bellini (Katja Riemann) ist jedenfalls begeistert von diesem authentischen Hitler, der aus dem Stehgreif bierernst Thesen und Tiraden vorbringen und sie wie Comedy wirken lassen kann. Die Heckenschützen sitzen in ihrem eigenen Team. Ihr bei der Beförderung übergangener Vize Christoph Sensenbrink (Christoph Maria Herbst) soll Adolf Hitler als Comedy-Format aufbauen, hofft aber insgeheim, dass seine Chefin für die Respektlosigkeit, mit Hitlers Agitationen Quote zu machen, gnadenlos scheitert. Doch das deutsche Volk fährt auf den Hitler 2.0 ab. Er wird zum Fernsehstar … und versucht über diesen Weg seine Macht wieder aufzubauen.
Darf man das? Diese Frage beantwortete schon Charlie Chaplins famose Satire „Der große Diktator“ 1940 – man darf! Das gilt auch 75 Jahre später noch. Im Rahmen der Kunst und Unterhaltung ist es durchaus erlaubt, sich über Adolf Hitler lustig zu machen, um den Tyrannen mit den Waffen der Satire zu bekämpfen. Doch was passiert, wenn man nicht über, sondern mit Adolf Hitler lacht? David Wnendt („Feuchtgebiete“) weiß ganz genau, auf welch moralisch gefährlichem Minenfeld er sich mit der Verfilmung von Timur Vermes‘ Bestseller „Er ist wieder da“ bewegt. Der Regisseur fährt den Grad der Tiraden, die ein wiederauferstandener Hitler auf sein neues Volk loslässt, im Vergleich zum Buch zurück und positioniert sich besonders am Ende deutlich. Das Abschwächen schadet der Wirkung der scharfen Satire aber kaum, denn „Er ist wieder da“ ist über weite Strecken beängstigend komisch, was echte Reaktionen auf den falschen Hitler sogar noch verstärken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.