Green Book

Der Film- und Literaturklub lädt ein ins Generationen-Kino:
Am Freitag, 5. Juli, um 19.30 Uhr, läuft der Film: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“, USA 2019, FSK ab 6.
Die USA im Jahr 1962: Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) ist ein begnadeter klassischer Pianist und geht auf eine Tournee, die ihn aus dem verhältnismäßig aufgeklärten und toleranten New York bis in die amerikanischen Südstaaten führt. Als Fahrer engagiert er den Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen), der sich bislang mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und etwa als Türsteher gearbeitet hat. Während der langen Fahrt, bei der sie sich am sogenannten Negro Motorist Green Book orientieren, in dem die wenigen Unterkünfte und Restaurants aufgelistet sind, in dem auch schwarze Gäste willkommen sind, entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden sehr gegensätzlichen Männern.
Schon mal was vom Green Book gehört? Ein Relikt aus dem 20. Jahrhundert, als in den Vereinigten Staaten vielerorts noch strikte Rassentrennung herrschte. Heutzutage unvorstellbar, aber damals war „The Negro Motorist Green Book“, so die offizielle Bezeichnung, für Schwarze ein hilfreicher Reiseführer, um auf ihrer Fahrt durch den Amerikanischen Süden Hotels, Restaurants, Tankstellen und sogar Ärzte zu finden, die sie nicht wegen ihrer Hautfarbe vor der Tür stehen lassen. Insofern war das Green Book eine wichtige Überlebenshilfe, um sich nicht ständig einer Erniedrigung nach der anderen aussetzen zu müssen.
Nun erinnert der Film „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ an jene Zeit und erzählt die wahre Geschichte des schwarzen Pianisten Don Shirley (1927 – 2013), der sich 1962 von dem Italoamerikaner Tony Lip (1930 – 2013) für eine zweimonatige Konzerttournee in die Südstaaten chauffieren ließ – und trotz seines Status als Bühnenstar ebenfalls auf das grüne Heftchen angewiesen war. Das klingt nach einer brisanten Abrechnung mit der Rassendiskriminierung, funktioniert tatsächlich aber vor allem als beherzte Buddy-Komödie. Das ist sicherlich Comedy-Spezialist Peter Farrelly („Verrückt nach Mary“) zu verdanken, der hier erstmals ohne seinen Bruder Bobby einen Kinofilm inszeniert. Gekonnt hält er die Balance zwischen Kritik und Komik, um sein Publikum auf eine emotionale, berührend und immer wieder humorvolle Reise mitzunehmen.

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