Vom Gießen des Zitronenbaumes

Der Filmklub lädt am Freitag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr, ins Generationen-Kino ein: Es läuft der Film „Vom Gießen des Zitronenbaumes“, Katar, Deutschland, Kanada, Türkei, Palästina 2020.
Womöglich ist es die einzig sinnvolle Haltung, um dem Zustand der modernen Welt zu begegnen: ein distanziertes Staunen, die Verwunderung über die Absurdität der Gegenwart. Diese Haltung hat der palästinensische Regisseur Elia Suleiman schon immer eingenommen, so auch in seinen vielfach preisgekrönten Filmen „Göttliche Intervention – Eine Chronik von Liebe und Schmerz“ (2002) oder zuletzt „The Time That Remains“ (2009), in denen er mit sich selbst in der Hauptrolle die oft hoffnungslos erscheinende Situation seines Volks thematisierte. In seinem in Cannes mit einem Spezialpreis ausgezeichneten „Vom Gießen des Zitronenbaums“ öffnet er nun seinen Blick und findet auch außerhalb des Nahen Ostens eine Welt, die zunehmend ins Absurde (und zugleich in die Nähe eines Überwachungsstaates) abzudriften scheint. 
In Nazareth lebt der Regisseur Elia (mit Ausnahme eines Satzes stumm: Elia Suleiman) allein in einem großen Haus mit Garten, der langsam, aber sicher von seinem aufdringlich hilfsbereiten Nachbarn übernommen wird. Die Realisierung des nächsten Filmprojekts gestaltet sich schwierig, denn die Erwartungen an einen palästinensischen Filmemacher sind sehr speziell – da kann man nicht einfach eine Geschichte erzählen, stattdessen muss sich immer alles um die politische Situation drehen. Auf der Suche nach Geldgebern verschlägt es Elia zunächst nach Paris, wo er in den verlassenen Straßen der französischen Hauptstadt auf vereinzelte Spuren eines zunehmenden Überwachungsstaates trifft. Auch in New York, wo selbst Mütter mit Babys beim Einkaufen im Supermarkt ein Maschinengewehr um den Hals hängen haben, hat er kein Glück. So reift in ihm langsam die Erkenntnis, dass die ganze Welt zunehmend seinem Palästina ähnelt …

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